Bodenverkehrsdienste

Die Fluggesellschaften sind für den reibungslosen Ablauf und die Durchführung ihrer Flüge am Flughafen auf die Bereitstellung von sog. Bodenverkehrsdiensten angewiesen. Dazu gehören u.a. die Fluggastabfertigung, die Gepäckabfertigung, die Fracht- und Postabfertigung, Betankungsdienste, Reinigungsdienste und das Catering. Weiterhin fallen unter die Bodenverkehrsdienste auch die sog. Vorfelddienste, wozu u.a. das Be- und Entladen des Flugzeugs, einschließlich der Beförderung der Besatzung, der Fluggäste und des Gepäcks, die Unterstützung beim Anlassen der Triebwerke und das Bewegen des Flugzeugs zählen.

Die Erbringung der Bodenverkehrsdienste durch Dienstleister ist an den Flughäfen teilweise beschränkt. In Deutschland ist bei den beschränkten Diensten neben dem Dienstleister des Flughafens maximal nur ein weiterer Anbieter erlaubt. Die Umsetzung der EU-Richtlinie 96/67/EG durch die deutsche Bodenabfertigungsdienst-Verordnung (BADV) bildet hierfür den rechtlichen Rahmen. In den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten sind hingegen zwei oder mehr Drittanbieter zugelassen. Für die deutschen Fluggesellschaften ist das ein schwerwiegender Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu ihren ausländischen Konkurrenten.

Die Folgen dieser restriktiven und marktfeindlichen Lösung in Deutschland: Auch fast zwanzig Jahre nach der europäischen Richtlinie für eine „Marktöffnung“ kommen die Drittanbieter durchschnittlich nur auf einen Marktanteil von 20%. Rund 80% der Bodenverkehrsdienste ist nach wie vor in der Hand der Flughafeneigenen Bodenverkehrsdienste. Durch die begrenzte Zahl von Lizenzen können Airlines und Drittanbieter kaum Synergieeffekte und Produktivitätsverbesserungen durch eine standortübergreifende Zusammenarbeit umsetzen. Darüber hinaus fehlen hierdurch Anreize für innovative Qualiltätsverbesserungen.

Der BDF und seine Mitglieder setzen sich daher für eine wirkliche Marktöffnung bei den Bodenverkehrsdiensten ein, sei es durch eine europäische Verordnungslösung oder eine Reform der deutschen BADV.