Umweltpolitisches Engagement über den Einsatz modernster Technik und eine möglichst effektive Nutzung von vorhandenem Fluggerät ist für die Mitglieder des BDF selbstverständlich. Eine durchschnittliche Auslastung von 85% bei unseren „Klassenbesten“ liegt weit über dem Durchschnitt nicht nur im internationalen Vergleich mit anderen Fluggesellschaften, sondern insbesondere auch mit anderen Verkehrsträgern wie der Bahn oder dem Auto. Das moderne Fluggerät, das unsere Airlines einsetzen, verbraucht pro Passagier und 100 km nur 3,5 Liter Kerosin .
Umweltschutz wird angesichts der zunehmenden Relevanz für die Menschen und für das Wirtschaftsleben immer stärker in den Mittelpunkt rücken. Im Luftverkehr geht es auf politischer Ebene vor allem um den Europäischen Emissionshandel (Emissions Trading Scheme – ETS).
Der BDF setzt sich gemeinsam mit der Luftverkehrsbranche für eine Vier-Säulen-Strategie im Umweltschutz ein, die es erlaubt, die Umweltauswirkungen des Luftverkehrs zu minimieren und dennoch weitgehend Wachstumseffekte und Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu erhalten. Diese Strategie ist inzwischen in weiten Teilen des internationalen Diskurses aufgenommen worden.
Die Elemente der Vier-Säulen-Strategie:
- Technischer Fortschritt
Luftverkehrsunternehmen und Hersteller arbeiten eng zusammen, um die effizientesten Maschinen zum Einsatz zu bringen. Hierbei ist Wettbewerb der entscheidende Treiber, der alle Beteiligten zu höchstmöglicher Effizienz bewegt. Seit 1970 konnten die CO2-Emissionen pro 100 Passagierkilometer (pkm) um 70% reduziert werden. Maschinen der neusten Generation wie die A380 oder die B787 werden den Kerosinverbrauch gegenüber Vorgängermodellen erneut um bis zu 30% senken. Um diesen Trend in der Zukunft fortzusetzen, haben Flugzeughersteller und die EU im Rahmen der Clean Sky Joint Technology Initiative (JTI) anspruchsvolle Forschungsprogramme aufgelegt. Industrie und EU beteiligen sich z.B. gemeinsam mit ca. 1,6 Mrd. EUR am Clean Sky Programm. Darüber hinaus hat sich die Industrie innerhalb des Advisory Council of Aeronautical Research (ACARE) zu einer Reduktion der CO2-Belastung um 50 % und der NOx-Belastung um 80% pro 100 pkm bis 2020 verpflichtet. Geforscht wird z.B. an sparsamerem Triebwerken, alternativen Treibstoffen und gewichtsparenden Werkstoffen.
- Effiziente Infrastruktur
Hier ist insbesondere die Zusammenarbeit beim „Single European Sky“ (SES) zu nennen. Durch die Harmonisierung der Flugsicherungsbetriebssysteme und die Zusammenlegung von Luftraumblöcken können Flugrouten erheblich optimiert und dadurch der CO2-Ausstoß um bis zu 12 % gemindert werden. Jährliche Kosteneinsparungen von über 1 Mrd. Euro würden dazu führen, dass die Luftverkehrsunternehmen mehr Geld für Investitionen in modernes Gerät haben. Hier entstünde ebenfalls eine Win-Win-Situation. Dieses größte Klimaschutzprojekt im Luftverkehr muss daher schnellstmöglich umgesetzt werden. Die Umsetzung des SES muss mindestens bis 2014 erfolgen. Wir erwarten dringlich die Entwicklung konkreter Umsetzungsmaßnahmen. Ebenso wichtig ist der entschiedene Ausbau der Bodeninfrastruktur. Auch Staus an den Flughäfen führen zu unnötigen Emissionen. Die Beseitigung infrastruktur- und betriebszeitenbedingter Engpässe an den wichtigsten Flughäfen kann nur durch Ausbau erfolgen.
- Optimierter Betrieb
In diesem Bereich werden ebenfalls enorme Anstrengungen unternommen. So ist die Auslastung der Flugzeuge um mehrere Prozentpunkte gesteigert worden, was die Bedienung der steigenden Nachfrage mit niedrigerem Pro-Kopf-Verbrauch ermöglicht. Hinzu kommen Maßnahmen wie die Optimierung von Fluggeschwindigkeiten, bessere Nutzung von Winden, kontinuierlicher Landesinkflug, Optimierung von Flugrouten und damit die Reduktion von Flugzeiten. Auch hier gibt es im Falle einer Umsetzung des Single European Sky noch weitere erhebliche Reduktionspotentiale.
- Ökonomische Instrumente
Wenn ein ökonomisches Instrument (vierte Säule) geeignet erscheint, Treibhausgas-Emissionen wirksam zu steuern, ist die deutsche Luftverkehrsbranche grundsätzlich bereit, ein solches Instrument zu unterstützen. Die deutschen Fluggesellschaften unterstützen daher die Einführung eines internationalen Emissionshandelssystems, soweit dies wettbewerbsneutral geschieht. Deswegen müssen Wege gefunden werden, ein Emissionshandelssystem neutral und fair zu gestalten, was insbesondere die Einbeziehung aller relevanten Wettbewerber einschließt. Der BDF setzt sich außerdem dafür ein, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandel sinnvoll und zweckgebunden genutzt werden, um Klimaschutztechnologien für den Luftverkehr voranzubringen. Außerdem weißt der BDF die Politik darauf hin, dass die Einnahmen des Emissionshandels auf die Luftverkehrsteuer angerechnet werden sollen.
BDF-Airmail "Luftverkehr und Klima"