Intensiver Wettbewerb, niedrige Margen

Mit der Liberalisierung des Luftverkehrs in den 1990er Jahren wurde ein enormer Wachstumsschub für den Luftverkehr in Deutschland und Europa ausgelöst. Allein in den letzten 15 Jahren hat sich der Luftverkehr in Deutschland mehr als verdoppelt.

Möglich wurde diese Entwicklung durch attraktive Angebote der Fluggesellschaften zu einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis. Profitiert haben davon die Flugreisenden, die unter einer Vielzahl von Angeboten zu günstigen Preisen wählen konnten. Heute sind Flugreisen kein Luxusgut mehr, das wenigen Menschen vorbehalten ist. Im Gegenteil: Immer mehr Menschen und immer breitere Bevölkerungsschichten haben die Vorteile des Fliegens in den letzten Jahren kennen und schätzen gelernt.

Die Marktöffnung ermöglichte immer neuen Wettbewerben den Zutritt zum Markt und die hohe Wettbewerbsintensität führte in den vergangenen Jahrzehnten zu einem drastischen Verfall der Durchschnittserlöse. Hinzu ist eine Vielzahl von regulatorischen und fiskalischen Belastungen für den Luftverkehr getreten, die das Erwirtschaften auskömmlicher Margen im Luftverkehr für deutsche und europäische Fluggesellschaften kaum noch möglich machen. Auf die Deregulierung der 1990er Jahre folgte eine Politik immer neuer Regulierungen und bürokratischer Auflagen.

Das Ergebnis: Die Rentabilität der deutschen Airlines spielt sich derzeit im Cent-Bereich ab – wenn überhaupt ein Überschuss erwirtschaftet werden kann. Kaum vorstellbar aber wahr: Der Überschuss, der einer Airline bei einem Ticketerlös von 100 Euro am Ende verbleibt, beträgt derzeit durchschnittlich nur 1 Euro. Bereits eine Erhöhung der Standortkosten um wenige Cent beeinträchtigt daher die Rentabilität einer Airline gravierend.