Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) würdigt die heute von Bundeskanzler Friedrich Merz zur ILA in Berlin vorgestellte nationale Luftfahrtstrategie der Bundesregierung als wichtiges Signal für den Luftverkehrsstandort Deutschland. Die zuvor vom Bundeskabinett beschlossene Strategie formuliert aus Sicht des BDF ein richtiges Zielbild. Bei den notwendigen Maßnahmen zur Senkung der Standortkosten und zur Wiederherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit bleibt sie jedoch zu unkonkret.
„Die Luftfahrtstrategie beschreibt ein richtiges Zielbild für den Luftverkehrsstandort Deutschland. Sie bleibt aber dort zu unkonkret, wo es für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend wird: bei der Senkung der staatlichen Standortkosten“, sagt BDF-Geschäftsführer Dr. Michael Engel. „Wenn Deutschland wieder zu den führenden Luftfahrtnationen aufschließen will, müssen Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitskosten und Flugsicherungsgebühren spürbar sinken. Das ist keine Detailfrage, sondern die Voraussetzung für mehr Konnektivität und Wachstum am Standort Deutschland.“
Der Luftverkehrsstandort Deutschland liegt bei der Erholung nach der Corona-Pandemie weiterhin deutlich hinter anderen europäischen Märkten zurück. Das Luftverkehrsangebot erreicht derzeit nur 87 Prozent des Niveaus von 2019 und liegt damit 26 Prozentpunkte hinter dem europäischen Durchschnitt ohne Deutschland. Die Passagierzahlen lagen 2025 lediglich auf dem Niveau von 2015.
Eine wesentliche Ursache sind aus Sicht des BDF die stark gestiegenen staatlichen Standortkosten. Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühren sowie An- und Abfluggebühren haben sich seit 2019 verdoppelt. Die Rücknahme der jüngsten Erhöhung der Luftverkehrsteuer sei daher ein richtiger erster Schritt, reiche aber nicht aus, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wiederherzustellen.
Engel: „Die Rücknahme der jüngsten Erhöhung der Luftverkehrsteuer ist ein richtiger erster Schritt. Sie reicht aber nicht aus, um die seit 2019 entstandene Mehrbelastung auszugleichen. Wer die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland ernsthaft stärken will, muss die luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben insgesamt auf ein international konkurrenzfähiges Niveau senken.“
Der BDF fordert deshalb, die Luftfahrtstrategie in der Umsetzung mit konkreten Entlastungs- und Reformschritten zu unterlegen. Dazu gehören weitere Entlastungen bei den staatlichen Standortkosten, eine faire Finanzierung hoheitlicher Luftsicherheitsaufgaben, eine Reform der An- und Abfluggebühren sowie ein konsequenter Abbau unnötiger Bürokratie. Nur so kann Deutschland verlorene Konnektivität zurückgewinnen und wieder Anschluss an die führenden europäischen Luftverkehrsstandorte finden.
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Mitglieder des BDF sind die Deutsche Lufthansa, Condor, Eurowings, TUIfly sowie die Lufthansa Cargo. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Airlines. Der BDF setzt sich für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen seiner Mitglieder ein und ist dabei Ansprechpartner für Politik, Behörden und Wirtschaft. Zentrales Thema der BDF-Arbeit sind die Standortkosten der deutschen Fluggesellschaften.

