Die Zahl der ausländischen Investitionsprojekte in Deutschland ist im vergangenen Jahr zum achten Mal in Folge gesunken. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor.*) Demnach wurden 2025 von ausländischen Unternehmen nur noch 548 Investitionsprojekte in Deutschland angekündigt. Das waren 10 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2009 nicht mehr. Seit dem Rekordjahr 2017 hat sich die Zahl der Investitionsprojekte mehr als halbiert.
Aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) ist der seit Jahren anhaltende Verlust an Luftverkehrskonnektivität mitverantwortlich für die abnehmende Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Eine gute internationale Anbindung ist eine wichtige Voraussetzung für ausländische Direktinvestitionen. Gerade für international tätige Unternehmen ist die schnelle und direkte Erreichbarkeit ihrer Standorte und Absatzmärkte ein wichtiger Faktor bei Investitionsentscheidungen.
BDF-Geschäftsführer Dr. Michael Engel: „Deutschland verliert seit Jahren an Konnektivität – und seit Jahren entscheiden sich immer weniger ausländische Unternehmen für Investitionen in Deutschland. Für eine führende Wirtschaftsnation ist diese Entwicklung alarmierend. Wer die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandortes stärken will, muss deshalb auch dafür sorgen, dass Deutschland wieder besser an die Welt angebunden wird.“
Seit der Corona-Pandemie hat sich die Anbindungsqualität Deutschlands deutlich verschlechtert. Gegenüber 2019 haben die deutschen Flughäfen fast 300 direkt erreichbare Ziele verloren. Auf den verbliebenen Strecken wurde das Angebot um 250.000 Flüge jährlich reduziert. Unternehmen und ganze Wirtschaftsregionen sind dadurch heute schlechter an internationale Märkte angebunden als noch vor der Pandemie.
Engel: „Eine leistungsfähige Luftverkehrsanbindung ist kein Selbstzweck, sondern eine Voraussetzung für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort. Die Bundesregierung muss deshalb die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Fluggesellschaften wieder mehr Kapazitäten in Deutschland einsetzen und verlorene Konnektivität zurückgewonnen werden kann. Dafür müssen in erster Linie die staatlichen Standortkosten deutlich sinken.“
*) Quelle: Ahlers / EY, Analyse „Ausländische Direktinvestitionen in Deutschland“, Mai 2026.
Pressekontakt:
Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften e.V., Karen Bahmata-Kutz, Haus der Luftfahrt, Friedrichstr. 79, 10117 Berlin, Fon +49 (0) 30 700 11 85 - 0, E-Mail: [email protected]
Mitglieder des BDF sind die Deutsche Lufthansa, Condor, Eurowings, TUIfly sowie die Lufthansa Cargo. Die Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten Airlines. Der BDF setzt sich für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen seiner Mitglieder ein und ist dabei Ansprechpartner für Politik, Behörden und Wirtschaft. Zentrales Thema der BDF-Arbeit sind die Standortkosten der deutschen Fluggesellschaften.

