Die deutschen Fluggesellschaften verdienen im langjährigen Durchschnitt pro Passagier nur etwa 3,00 Euro. Das ist der Betrag, der den Fluggesellschaften nach Abzug aller Kosten übrigbleibt. Damit zählen Fluggesellschaften branchenübergreifend zu den Unternehmen mit den geringsten Margen.

Dabei fällt das Ergebnis einzelner Strecken sehr unterschiedlich aus. Einige wenige besonders wirtschaftliche Verbindungen verbessern die durchschnittliche Marge, während ein Gutteil der Streckenverbindungen noch geringere Margen aufweist. Diese Strecken laufen bei jeder zusätzlichen Kostenbelastung Gefahr, für die Airline zum Verlustgeschäft zu werden. Vor diesem Hintergrund sind auch vermeintlich nur kleine Kostensteigerungen für Fluggesellschaften kritisch.
Da der Luftverkehr ein globales Geschäft ist und deutsche Airlines im Wettbewerb mit Konkurrenten aus anderen Ländern stehen, können zusätzliche Kosten nicht unbegrenzt an die Passagiere weitergegeben werden. Dies gilt insbesondere für nationale Standortkosten aus Steuern, Gebühren und Entgelten, denen Airlines an deutschen Flughäfen unmittelbar ausgesetzt sind.
Seit 2019 haben sich allein die staatlichen Standortkosten in Deutschland um bis zu 15 Euro pro Passagier erhöht. Für einen Flug ab Düsseldorf müssen Airlines pro Passagier heute 14,12 Euro mehr an staatlichen Standortkosten zahlen als vor der Pandemie. Was wie eine kleine Zahl wirkt ist aber letztlich nahezu das Fünffache der durchschnittlichen Marge einer Airline und gefährdet damit die Wirtschaftlichkeit von Streckenverbindungen unmittelbar.