Luftverkehrskonnektivität ist Vorleistung für Investitionen

Luftverkehrskonnektivität ist ein wichtiger Standortfaktor für alle Regionen in Deutschland. Insbesondere in international tätigen Unternehmen beeinflusst die Qualität der Verkehrsanbindung Investitions- und Standortentscheidungen. Eine hohe Konnektivität stärkt die Attraktivität einer Region für Investitionen und wirtschaftliche Aktivitäten – ein Verlust an Konnektivität beeinträchtigt hingegen ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Studien zeigen, dass ein Zuwachs der direkten Konnektivität um +10% zu einem BIP-Wachstum von +0,5% führt. Die direkte Konnektivität misst dabei nicht nur, wie viele Ziele von einem Flughafen ohne Umstieg erreichbar sind, sondern berücksichtigt auch die Frequenz der Verbindungen. Deutschland hat seit der Corona-Pandemie deutlich an Konnektivität eingebüßt. Im Jahr 2019 war Frankfurt noch der Flughafen mit der höchsten direkten Konnektivität Europas. Bis 2025 wurde er von Istanbul, Amsterdam und London-Heathrow auf den vierten Platz verdrängt. Der Flughafen München wurde im gleichen Zeitraum von Madrid und Barcelona überholt und fiel von Platz sechs auf acht zurück.

Auch an den dezentralen Flughäfen ist ein Rückgang der Konnektivität zu beobachten. Steigende Standortkosten machen Zubringerverbindungen von Regionalflughäfen zunehmend unwirtschaftlich. Werden sie eingestellt oder ausgedünnt, verliert eine ganze Wirtschaftsregion ihre internationale Erreichbarkeit. Seit 2019 sind in Deutschland rund 450 Streckenverbindungen vollständig weggefallen. Auf den verbliebenen Strecken wurde das Angebot um 250.000 Flüge gekürzt. Diese Entwicklung trifft Deutschland in einer Phase, in der die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts ohnehin unter Druck steht: Die Zahl ausländischer Investitionsprojekte ging 2025 zum achten Mal in Folge zurück und erreicht damit den niedrigsten Stand seit 2009.